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Hans im Glück träumt.
Und deshalb sitz ich jetzt da und erzähl
mir selbst eine Geschichte. Ort: Ötztal. Hauptdarsteller: ein einsamer
Kletterer, der - sein einziger Fehler - allein in eine Wand
eingestiegen ist, die größer als er war, viel zu groß. Kann man
nicht wissen, siebter Schwierigkeitsgrad - kann der
Junge normalerweise ohne Probleme. Er ist routiniert und
kraftvoll und selbstsicher. Er will mehr, zerplatzt fast vor Energie,
die zuviel ist, die abgebaut werden muss durch Reibungsklettern
und Pendelquergang. Und das klappt auch: Im
Fingerriss eine Auswärtsdrehung grade noch verhindert, dann
ein Spreizkamin durch den ihn sein Adrenalin
pumpt und es schüttelt ihn ein bisschen. Also sucht er sich
eine Stelle zum Ausruhen und entspannt die Finger, dehnt die Beine
so gut es geht.
Bis er sich in einem professionellen Sicherheitssystem bestehend
aus Seil, Gurt und ein bisschen Glück gefangen um sich selbst dreht.
Eine ganze Nacht wie ein Kreisel um ein schwarzes Loch dreht, aber
das Seil hält ihn fest in einer Zwischenstufe zwischen Schwindel
und freiem Fall. Das schwarze Loch ist hungrig, es ist sein Ego.
Sein Bein schmerzt, weil er endlich den Berg gefunden hat, auf den
er nicht gekommen sein wird. Weil die Wand ihm einen Tritt gegeben
hat, der seine Bänder und vielleicht auch seine Knochen angeknackst
hat.
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