 |
Hans im Glück hat Zeit.
Ich bin ganz in der Nähe des naturgeschützten Schilfgürtels, der
für den Kreislauf des Sees verantwortlich ist und den die Schwimmer
normalerweise meiden, nicht aus Einsicht, Einsicht gibt es nicht,
sondern weil er stinkt. Der Schilfgürtel wird
von einer kleinen Halbinsel abgetrennt und auf der Halbinsel sind
zwei Feuerstellen und drei schöne Bäume. Direkt am Wasser steht,
wie es sich gehört, eine Trauerweide mit
tiefhängenden Zweigen und ausufernden Wurzeln. Darauf (auf den Wurzeln)
und darunter (unter den Zweigen) sitzt eine Wassernymphe:
Eine Loreleilolita mit nassen, langen Haaren, einem Bikini im Militärylook
über der knabenhaften, weil noch sehr jungen Figur. Sie schaut nachdenklich
drein, aber wahrscheinlich hat sie irgendwo einen mp3-player versteckt
und hört Rammstein. Ich steh nicht auf junge Mädels, überhaupt nicht,
ich schau Frauen eigentlich erst an, wenn man die
ersten Falten, pardon Linien, sieht, aber die Kleine fasziniert
mich: Ich schwimme näher.
Ich hab recht gehabt mit dem Player und sie tut dass, was Nymphen
tun müssen: sie singt. Und ich würde sofort
das tun, was Seemänner tun müssen, nämlich kopflos ins Wasser gehen.
Wenn ich nicht schon da wäre.
|