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Teetrinken mit Freunden
Das Telefon läutet. Es ist Ben, der sagt, dass er später kommt.
Ach nein, es sind Gäste da, wir haben grad Spaß, kannst du nicht
mal früher kommen. Ich fühl mich wie eine nörgelnde Hausfrau, ein
Gefühl, dass immer öfter kommt in letzter Zeit und einen harten
Kontrast darstellt zu dem vielversprechenden Anfang unserer Liebe:
Da war ich Königin, ausgelassen und sexy.
On top of the world.
Ben ist ausweichend, nein, es ist irgendwie dringend. Irgendwie.
Dringend. Ich glaub, ich dreh durch. Ich schlag die grantige Meldung,
die mir auf der Zunge liegt, nieder und geh zurück ins Wohnzimmer.
Die Situation hat sich beruhigt. Alle trinken Tee. Unser Gastspiel
als privater Swingerclubs scheint beendet zu sein. Ich stell nochmal
Tee auf und als Anja und Sabine gehen und sich die anderen in Solidarität
üben wollen und sich ebenfalls in Richtung Flur bewegen, überred
ich sie noch zu bleiben. Ich will nicht für
mich allein sein.
Boris, Martina, Hermann und Sebi zeigen sich geneigt zu bleiben.
Hermann erzählt eine Geschichte von seiner letzten Reise,
die niemanden interessiert, die aber ideal sind für einen
verlorenen Nachmittag. Und weil jetzt auch schon alles egal ist,
entkorken wir noch eine Flasche Wein. Der Nachmittag
geht weiter. Noch lange weiter.
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